SBB unterziehen S-Bahn-Klimaanlage einem Popularitätstest
07. März 2008, 22:09 Von Michel WenzlerKühlung und Heizung in den neuen Doppelstöckern sollen wenn nötig optimiert werden.
Zürich/Stäfa. - Wegen der Zugluft, die manche Leute in der S-Bahn spüren, sind die neuen Doppelstöcker von Siemens auf den Linien S 7, S 14 und S 15 ins Gerede geraten. Die Klimaanlagen würden einen anblasen, sodass man befürchten müsse, sich zu erkälten, beklagen sich einige Fahrgäste. Einzelne Fahrgäste behaupteten gar, es handle sich um eine Fehlkonstruktion, weil sich deswegen die Passagiere angeblich nicht mehr ans Fenster setzen würden. Siemens und SBB haben die Vorwürfe bestritten.
Am Mittwoch haben die SBB in der S 7 dennoch eine Befragung durchgeführt. Die Fahrgäste wurden gebeten, auf einem Fragebogen anzukreuzen, ob sie im Wagen Zugluft verspürten, ob es zu kalt, zu warm oder zu trocken war oder ob der Geräuschpegel zu hoch sei. Zu Vergleichszwecken liess die Marktforschung der SBB die gleiche Umfrage auch in der S 6 durchführen. Auf dieser Linie verkehren noch die alten Doppelstöcker, die nicht mit Klimaanlagen ausgestattet sind. Sie haben lediglich stark blasende Lüftungen, was im Hochsommer in den Fahrgasträumen jeweils zu tropischen Temperaturen führt.
Die Umfrage vom Mittwoch habe jedoch nichts mit den jüngsten Reklamationen wegen der Klimaanlagen in den neuen Wagen zu tun, sagte Michèle Bamert, Mediensprecherin der SBB, auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». «Die Befragung ist Bestandteil einer Garantie, die wir bei Siemens haben.» Die SBB hätten mit dem Lieferanten vertraglich vereinbart, dass sie die Anlagen während der ersten fünf Jahre bei Bedarf optimieren würden. Deshalb führe man regelmässig eine Befragungswelle durch.
Im September 2006, als noch sommerliche Temperaturen herrschten, habe man getestet, ob sich die Anlagen bei warmem Wetter bewähren würden. Am vergangenen Mittwoch, als Schnee bis ins Mittelland fiel, hätten die Kunden die Leistung der Anlage bei Winterbedingungen beurteilen können: «Weil die Temperaturen unter drei Grad fielen, schickten wir die Befrager los», sagte Bamert. Denn die SBB wollten nicht nur wissen, wie gut die Kühlung funktioniere, sondern auch, wie die Passagiere auf die Heizung in den neuen Zügen reagieren würden. Zu diesem Zweck werde man weitere Befragungen durchführen, kündigte sie an.
















