Zürich

Einkaufsbummel ohne schlechtes Gewissen

16. Mai 2008, 21:24 – Von Walter Jäggi

Ganz unbekümmert konsumieren kommt aus der Mode. Die Leute wollen heute nachhaltig wissen, was ihr Geld bewirkt. Die neue Messe Life-fair in Zürich hilft ihnen dabei.

Die Messe Life-fair, die dieses Wochenende erstmals in Zürich auf dem Programm steht, widmet sich dem «nachhaltigen Leben». Man könnte statt nachhaltig auch enkeltauglich sagen, meinte Messeleiter Kuno Spirig bei der Eröffnung. Denn wenn sich auch die Definitionen der Experten unterscheiden, unter nachhaltigem Wirtschaften verstehen alle ein Leben, das ökologisch, wirtschaftlich und sozial auf Dauerhaftigkeit achtet, auf die Enkel eben und alle, die nach ihnen kommen werden.

Ein Lebensstil, der sich nicht durch Verschwendung auszeichnet, muss keinesfalls trist und trostlos sein. Im Gegenteil: Mit gutem Gewissen geniesst es sich schöner. Das hat auch die Wirtschaft eingesehen, es gibt immer mehr Angebote für Menschen, die nachhaltig leben möchten. Nachhaltigkeit ist nicht mehr ein Schlagwort von Pionieren im Aussteigerlook, welche mit Zivilisationsverzicht die Welt verbessern möchten.

Viele Produkte für nachhaltiges Leben

An der Life-fair ist zu sehen, wie breit die Palette der Möglichkeiten für ein nachhaltiges Leben geworden ist. Professionell präsentiert werden da so unterschiedliche Güter wie Kaffee, Bananen, T-Shirts, Würste, Ferienreisen, Autos (besonders interessant der norwegische Think), Heizungssysteme oder Kleinwasserkraftwerke. Von manchen der Produkte hat man - zumindest als Insider - schon gehört, an den Ständen kann man sich nun von Fachleuten genau erklären lassen, was es auf sich hat mit Myclimate-Tickets, nachhaltigen Kapitalanlagen, Renovationen nach Minergie-Standards oder den Labels des fairen Handels.

Am Stand des städtischen Umwelt- und Gesundheitsschutzes können die Besucher mit einem interaktiven Test erfahren, wie viel Energie sie das Jahr durch verbrauchen und damit, wie weit sie vom angestrebten Ideal der 2000-Watt-Stadt entfernt sind. Ich persönlich lag mit 4389 Watt leicht besser als der heutige Durchschnitt und kam damit in die Energiekategorie C.

Wer sich noch eingehender mit dem Thema beschäftigen will, bekommt an einer ganzen Reihe von Diskussionsrunden und Informationsanlässen die Gelegenheit dazu. Am Samstag stehen unter anderem der Tourismus, die lokale Bioproduktion und der faire Handel auf dem Programm. Am Sonntag geht es bei den Foren um Gesundheit, um Einkaufsverhalten und um Textilien - alles immer mit dem Adjektiv nachhaltig.

Life-fair; in den Maag-Hallen; Samstag, 10 bis 19 Uhr, Sonntag, 10 bis 18 Uhr; Tram Escher-Wyss-Platz, S-Bahn Hardbrücke.

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