Eine letzte Hürde für das Stadion Zürich

23. Juli 2008, 22:27 – Von Daniel Zumoberhaus

Die Trägerschaft des neuen Stadions publizierte das Baugesuch für den Stadionsockel im Grundwasser. Die Anwohner könnten ein letztes Mal den Gang vors Bundesgericht beschreiten.

Die Steine des Anstosses: So soll das neue Stadion aussehen.
Keystone Die Steine des Anstosses: So soll das neue Stadion aussehen.

Mit dem Gesuch ist die nicht enden wollende Geschichte des Stadionbaus beim Hardturm um einen roten Punkt reicher. Der Grundwasserspiegel soll fürs Stadion von 397 Metern um mindestens einen Meter abgesenkt werden, wofür laut Bundesgericht eine kantonale Ausnahmebewilligung erforderlich ist. Das Gericht in Lausanne hatte im März die Beschwerden der Anwohner gegen den Schattenwurf des Stadions abgeschmettert.

Somit sei das jüngste Gesuch nun die letzte juristische Hürde, sagt Urs Spinner vom Hochbaudepartement der Stadt Zürich. Rekurse bis vor Bundesgericht wie beim Gestaltungsplan oder der bereits 2005 (!) erteilten Baubewilligung für die fünfeckige Fussballarena befürchtet er demnach nicht. Das Verwaltungsgericht habe in einem früher publizierten Urteil klar angeführt, dass der Kanton dieses Gesuch bewilligen müsse. Spinner: «Ein Rekurs von Seiten der Anwohner wäre demnach reine Zwängerei.»

Die Chancen eines Rekurses abwägen

Tatsächlich scheint die Trägerschaft aus Credit Suisse und Stadt Zürich auf dem beschwerlichen Weg zum Stadionbau für einmal keine Einsprachen befürchten zu müssen. Wie Walter Vismara, Kopräsident der IG Hardturmquartier, sagt, werden die Anwohner wohl nicht rekurrieren. Vorerst werde aber mit dem Anwalt das Gespräch gesucht, um die Chancen eines möglichen Rekurses abzuwägen. Entschieden sei nichts, erste Gespräche hätten aber gezeigt, dass der Anwalt die Chance auf den Erfolg eines Rekurses als «eher gering» einschätzt. Vismara: «Und ein Rekurs nur des Rekurses wegen macht keinen Sinn.» Bis zum 18. August bleibt den Anwohnern Zeit für mögliche Einwände.

CS ist von Realisierbarkeit überzeugt

Erst mit dem Überspringen dieser letzten Hürde wird die Baubewilligung rechtskräftig. Anschliessend wird die Credit Suisse über das weitere Vorgehen entscheiden. Sie liess in der Vergangenheit immer wieder durchblicken, dass sie von der grundsätzlichen Realisierbarkeit des Projekts überzeugt sei. So distanzierte sie sich im Mai dieses Jahres auch klar von der Idee eines Duplexstadions mit Fussball- und Eishockeyarena. An den seit dem Projektbeginn kommunizierten Voraussetzungen für die Realisierung hat sich für die Bauherrin auch nichts verändert: Die Baubewilligung müsse rechtskräftig und die anvisierte Wirtschaftlichkeit gegeben sein, teilte die CS bereits mehrmals mit. Nur damit seien verbindliche Zusagen von Investoren möglich.

Mit einigen Jahren Verspätung könnten demnach 2009 die ersten Bagger für den Stadionbau in Zürich-West auffahren. Im März 2013 dürfte das reine Fussballstadion mit Gesamtkosten um die 500 Millionen Franken samt Einkaufszentrum, Hotel, Läden, Büros und Wellnesseinrichtungen seine Tore öffnen. Einzig Wohnungen wird es im Stadion Zürich keine geben. FCZ wie GC werden dann ihre Heimspiele am Ort des alten Hardturms austragen und nicht mehr im Letzigrund. Das neue Tram Zürich-West wird die Matchbesucher bis vor den Stadioneingang führen.

Zürich

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