Buchen im Internet - Tipps für Anfänger
31. Mai 2005, 17:36Obwohl die Reisebranche im Internet boomt, wagen manche Menschen es nicht, übers Netz zu buchen. Hier eine Anleitung für Internet-Greenhorns.
Ferien vorzubereiten, war angeblich noch nie so einfach: Ein Computer mit Anschluss ans Internet und ein Internetprogramm (zum Beispiel Microsoft Internet Explorer) sind schon alles, was Reisewillige benötigen, um sich über mögliche Destinationen, Aktivitäten und Preise zu informieren. Heisst es. Tatsächlich: Das Internet hat Vorteile. Im Gegensatz zum Reisebüro läuft der Vorgang anonym ab, kennt keine zeitliche Einschränkung, und der potenzielle Kunde wird von niemandem zum Vertragsabschluss gedrängt. Andererseits ist viel Geduld gefragt: Alle Reisesites sind verschieden aufgebaut, und oft fehlt eine intuitive Menüführung, sodass der Besucher die ersten zehn Minuten mit dem Studium der Navigation und Funktionsweise der Website verbringt (Kasten rechts).
Das Vorgehen - Schritt für Schritt
Der Ferienwunsch könnte wie folgt aussehen: Anfang Juli, zwei Wochen Wandern in Schottland. Auf diese Vorgabe finden sich sowohl Pauschalangebote von Reisebüros als auch individuelle Buchungsmöglichkeiten. Eine solche Reise könnte man direkt bei einem Spezialisten für Wanderferien suchen, zum Beispiel über die übersichtliche Internetsite von Baumeler. Klickt der Kunde auf der Startseite im Menü auf den Eintrag «Reisen» und anschliessend auf die Untermenüs «Wander-/Trekkingferien» und «Wanderreisen», landet er auf einer Seite mit möglichen Destinationen. Ein Klick auf das gewünschte Land (Schottland) führt weiter auf eine Übersicht der angebotenen Wanderreisen. Hinter jedem Eintrag versteckt sich eine Seite mit den Details zur Reise, unterteilt in «Übersicht», «Reiseprogramm» und «Reisedaten/Preise». In unserem Beispiel finden wir sogar passende Reisedaten, sodass einer Buchung nichts mehr im Weg steht.
Ein Mausklick auf den Button «Reise buchen» öffnet einen Buchungsdialog, der in vier Schritten persönliche Angaben der Buchenden und Details zur Reise erfasst. Erst mit einem letzten Mausklick auf den roten «Reservieren»-Button ist die Reise gebucht und wird per E-Mail bestätigt. Später folgt ein Telefonat von der Reiseleiterin, die den Eingang der Buchung bestätigt, bevor die Rechnung an den Reisewilligen verschickt wird.
Wie in diesem Beispiel ist es auch bei den anderen Internetsites mit Buchungsmöglichkeit üblich, dass die Reise fertig zusammengestellt und die Kosten berechnet werden können, bevor die definitive Buchung ausgelöst wird. Der Vertragsabschluss erfolgt mit Eingabe der Kreditkartendaten oder durch Angabe der Rechnungsadresse des Buchenden und den Klick auf einen Button mit der Aufschrift «Bestellen» oder «Buchen».
Wer individueller unterwegs sein will, bucht den Flug nach Schottland bei einer Fluggesellschaft und sucht nach Transportmöglichkeiten und Hotels auf entsprechenden Internetsites. Dieses Vorgehen hat allerdings einen Haken: Während bei einer Buchung durch das Reisebüro für kombinierte Angebote ein Rabatt ausgehandelt wird, steht diese Möglichkeit bei selber zusammengestellten Reisen nicht offen. Hier lohnt es sich, per E-Mail bei einem klassischen Reiseveranstalter eine Offerte einzuholen. Die Adressangaben finden sich in der Regel unter dem Menüpunkt «Kontakt».
Pauschalreisen sind einfach buchbar
Viel einfacher haben es Reisende, die einfach nur weg wollen. Nationale und internationale Reiseunternehmen bieten auf ihren Internetsites eine Art «Reisegenerator» an: Der potenzielle Kunde gibt schon auf der Startseite des Internetreisebüros die Zeitspanne seiner Reise, die Anzahl mitreisender Personen, den gewünschten Komfort, die Art der Ferien sowie den maximalen Preis ein und klickt auf den «Suchen»-Knopf unten am Formular. Ohne weiteres Zutun durchforstet ein Programm die Datenbank des Ferienanbieters (in einigen Fällen sogar mehrerer Anbieter, z. B. bei www.travel.ch ) und spuckt mögliche Destinationen inklusive Flug und Hotelvorschläge aus. Klickt der Anwender auf einen aufgelisteten Vorschlag, zeigt das Internetprogramm detaillierte Angaben zum Ferienarrangement. Diese Variante ist besonders für Last-Minute-Reisen sehr beliebt.
In der Praxis zeigt sich allerdings, dass das Angebot bei telefonischer Anfrage oder bei Erkundigungen direkt beim Reisebüro grösser ist als im Internet.
Spezielles Zielpublikum, private Infos
Bei fast all diesen Angeboten fehlt eine zielgruppenorientierte Suchmöglichkeit: Für Senioren, Menschen mit bestimmten Krankheiten und selbst für Familien gibt es zwar Reise- und Ausflugsvorschläge, jedoch kaum spezialisierte Reisesites mit Buchungsmöglichkeit. Der Griff zum Telefon oder die Kontaktaufnahme per E-Mail sind unumgänglich. Besser umworben werden Behinderte, Junge und Homosexuelle, für die es spezialisierte Webauftritte gibt.
Für Langzeitreisende ist das Internet ein idealer Ideenpool: Wer sich aufmacht, für ein halbes Jahr oder länger die Welt zu entdecken, findet Hunderte von Seiten gleich Gesinnter. Viele dieser Weltreisetouristen nutzen das Internet für die Kommunikation mit Angehörigen und Freunden und stellen so gleichzeitig Erlebnisse, Erfahrungen und Beschreibungen ihrer Route der Öffentlichkeit zur Verfügung. Während es Internetsites mit Reiseberichtsammlungen gibt (z. B. www.reiseberichte.com ), lohnt es sich auch, in einer Suchmaschine wie Google das Wort «Reiseberichte», gefolgt vom Namen eines Landes oder einer Reiseart («Holland» oder «Weltreise»), einzugeben, um auf privaten Seiten ausführliche Informationen zu sammeln. Solche Darstellungen sind zwar oft individuell gefärbt, dafür meistens ehrlich und unabhängig. Im Internet findet man hingegen keine Buchungsmöglichkeiten für spezielle Flugtickets, die einen Reisenden in Etappen rund um die Welt bringen. Der direkte Kontakt mit einem Reisebüro per Telefon oder E-Mail ist unumgänglich.
Die Tricks fürs Selbersuchen
Während sich mit einer Suchmaschine schnell allgemeine Informationen finden lassen, ist es ungleich schwerer, eine konkrete Internetsite zu finden. Es gibt jedoch einfache Tricks, die schnell zum Erfolg führen: Firmen (Reisebüros, Fluggesellschaften, Bahnunternehmen oder andere Transportfirmen) sind meist unter ihrem eigenen Namen zu finden - nach dem Muster www.firmenname.ch . Bei internationalen Firmen, oder wenn die erste Methode nicht funktioniert, hilft www.firmenname.com . Nach demselben Schema sind auch Länder, Regionen und Städte auffindbar. Falls diese Suche zu keinem befriedigenden Resultat führt, hilft eine gut gewählte Stichwortsuche in einer Suchmaschine: «Reise Australien» führt zu tausendmal mehr Resultaten als «Reise Australien Wohnmobil Norden». Letztere Suche bringt zudem Links zu Seiten, die relativ genau auf eine Frage Antwort geben.
Bei all diesen Strategien bleibt eines zu bedenken: Noch sind der Reisevorbereitung im Internet Grenzen gesetzt. Je individueller der Reisewunsch, desto eingeschränkter die Buchungsmöglichkeiten.
%perl>Die verschiedenen Informationsquellen
Der Reiseplan bestimmt, welche Art von Websites sich am besten eignet. Das Internet bietet grundsätzlich vier verschiedene Typen von Reise-Sites:
Online-Reisebüros: Sie bieten den vollen Service von der Auswahl des Reisezieles über das Buchen von Flügen, Mietautos oder Hotels bis hin zur Bezahlung des Urlaubs per Kreditkarte.
Reiseunternehmen: Kuoni, Imholz, Esco und Co. bieten ihre Katalogreisen und manchmal auch zusätzliche Last-Minute-Angebote im Netz an. Nicht alle ermöglichen die direkte Bezahlung mittels Kreditkarte, viele versenden nach Abschluss der Buchung eine Rechnung.
Transport/Hotel: Transportunternehmen (für Zugreisen, Flüge, Mietautos, Busreisen) oder Hotels decken mit ihren Internetauftritten einen Teil der gesamten Buchungspalette ab.
Reiseberichte und -tipps: Privatpersonen, Institutionen oder Kommunalbehörden veröffentlichen Reiseberichte und -tipps, die Informationen zu möglichen Zielen bieten, nicht aber Buchungsmöglichkeiten. (rü)

































































































































