Schweiz Mobil Langsamverkehr à gogo
15. April 2008, 08:00Vom 25. April an gibt es in der Schweiz 22 nationale und über hundert regionale Mehretappenrouten für Velo, Wandern, Biken, Paddeln und Inlineskaten. Dazu einen einmaligen Service.
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Infografik
- Nationale Routen von Schweiz mobil
Von David Coulin
Schweiz Mobil bedeutet viel: Nach dem Vorbild der Routen von Veloland Schweiz sind 12'000 Kilometer Wanderwege, Bikepfade, Inlinestrecken und Paddeletappen einheitlich beschildert worden. Dass zur Signalisation sämtlicher Disziplinen des Langsamverkehrs eine einheitliche Norm gilt, ist weltweit einzigartig.
Genauso einzigartig ist auch die interaktive Internetplattform, auf der sich ab 26. April neben detaillierten Infos zu den Routen auch Kartenausschnitte herunterladen lassen. Noch mehr: Die rund 500 Etappenorte sind verlinkt mit den Angeboten des öffentlichen Verkehrs. Dazu erscheinen 57 illustrierte Routenführer in drei Sprachen und mit einer gesamten Startauflage von 200'000 Exemplaren. Mit diesen Führern und einem modernen Natel (mit BeeTagg, wodurch es grafische Codes erkennen kann) ist es sogar möglich, noch auf der Reise auf das elektronische Übernachtungsverzeichnis in den über 500 von Schweiz Mobil gelabelten Unterkünften zuzugreifen.
Langsamtouristen willkommen
12 Millionen Franken hat Schweiz Mobil bisher gekostet, 400 bis 500 Millionen Franken zusätzliche Wertschöpfung jährlich versprechen sich die Initianten landesweit davon. Diese Zahl ist nicht aus der Luft gegriffen. Allein die Nutzerinnen und Nutzer der Veloland-Routen bringen zum Beispiel der Stadt Solothurn jährlich rund 600 Logiernächte. Peter Anrig, Geschäftsführer der Stiftung Schweiz Mobil, sieht vor allem im europäischen Umland ein grosses Potenzial für neue Gäste. «Aber auch in der Schweiz werden wir viele Menschen neu für den Langsamverkehr begeistern können.»
Das kann Ruedi Jaisli bestätigen. Seine Firma Swiss Trails ist verantwortlich für die buchbaren Angebote von Schweiz Mobil. «Bereits haben Hunderte von Gästen und Reiseanbietern bei uns Pauschalarrangements gebucht», sagt er. «Je vierzig Prozent kommen aus der Schweiz und Deutschland, der Rest verteilt sich auf die ganze Welt.»
Dass Schweiz Mobil schon vor der Einweihung des neuen Streckennetzes (am 25. April in Murten) viele Kunden gefunden hat, erstaunt nicht. Denn einen Service, wie er auf den nationalen Routen geboten wird, gibt es sonst nirgends auf der Welt. Wer pauschal bucht, profitiert von einem zentralen Reservationsservice für die Partnerhotels in drei Komfort- und Preisvarianten – inklusive Gepäcktransport und 20 Prozent Bonus auf dem Bahn- oder Busbillett sowie der Möglichkeit, Tourenvelos, Mountainbikes oder Rennräder zu mieten. «Die Leute schätzen es, dass hier ein attraktives Routennetz mit einem Leistungspaket von Unterkunft, Velovermietung und Gepäcktransport verbunden ist, einem Paket, das dann ihren Bedürfnissen angepasst wird», sagt Ruedi Jaisli.
Kombination nach Wunsch
Dank dem neuen Routennetz ist es auch möglich, auf eigene Faust individuelle Parcours zusammenzustellen. Zum Beispiel in Solothurn. Nirgends sonst im Lande laufen so viele wichtige nationale oder regionale Routen all dieser Sparten des Langsamverkehrs zusammen wie in der Aarestadt. Man braucht nur die Inlineskates und die Wanderschuhe selbst mitzubringen, Country-Bikes können beim Bahnhof gemietet werden. Und schon kann man in alle Richtungen ausschwärmen: Mit dem Country-Bike auf der Bergstrecke zum Weissenstein, wo die bekannte Juraroute von Bikeland Schweiz durchführt, oder gemütlich dem Jurasüdfuss entlang nach Olten, von wo man samt Bike im Zug wieder nach Solothurn zurückfahren kann, mit den Inlineskates dem Schwemmland der Aare entlang nach Biel oder zu Fuss auf dem Seeland-Solothurn-Weg nach Erlach. Einzig für das Paddelvergnügen auf der Aare ist es ratsam, eines der buchbaren Angebote inklusive Führung (Swiss Trails oder andere Veranstalter) in Anspruch zu nehmen.
Mietgerät zurücklassen ist möglich
Ebenfalls die Unterstützung dieser Firma braucht man, wenn man die raffinierteste Nutzung der neuen Netze ausprobieren will: ein Mehretappen-Programm mit verschiedenen Sportgeräten. Warum nicht einmal von Biel bis Solothurn mit dem Bike, dann weiter mit dem Velo nach Baden, von dort zu Fuss über die Lägern nach Dielsdorf und schliesslich mit den Inlineskates zum Flughafen Kloten? «Grundsätzlich ist es uns auf Anfrage möglich, auf dem weit verzweigten Routennetz fast beliebige Varianten von Mehrdisziplinen-Parcours zusammenzustellen», sagt Ruedi Jaisli. «Gepäcktransport, Rücktransport der gemieteten Velos und Mountainbikes, Reservation der Unterkünfte – alles inklusive.»
Hotels gewinnen Kunden
Von Schweiz Mobil werden in erster Linie Gastgewerbebetriebe entlang des neuen Routennetzes profitieren. In Solothurn ist dies zum Beispiel das Hotel Ambassador an der Veloroute zwischen Bahnhof und Aare. Das kleine, feine Businesshotel hat die Langsamverkehrskundschaft entdeckt. Dank ihr ist das Haus im Sommer und während der Wochenenden, wenn die Geschäftsleute ausbleiben, besser ausgelastet.
«Wir haben Freude am bunten Publikum, vom Professor bis zum Büezer, das auf diese Weise den Weg zu uns findet», sagt Hotelier Walter Im Obersteg, und: «Wir haben extra eine Standpumpe und Flickzeug für kaputte Velos angeschafft.»
Im Obersteg hat diese Utensilien bisher trotz grossen Erfolgs beim Radlerpublikum nie gebraucht. Vielleicht wird er sie bald doch aus dem Keller holen müssen. Dann, wenn die ersten Paddler mit lecken Schlauchbooten anrücken. Die erste Gruppe wird er gleich nach der Eröffnung des Schweiz-Mobil-Routennetzes empfangen.
Weitere Infos: www.schweizmobil.ch (funktioniert erst ab 26. April voll). Buchbare Angebote: Swiss Trails, Tel. 044 450 24 34; www.swisstrails.ch Buchungen auch möglich über Rail Away, Tel. 0900 300 300 (Fr. 1.19 pro Min.); www.railaway.ch
%perl>Die Slow-up-Saison beginnt
Die Freunde und Freundinnen des langsamen (oder auch schnellen) Muskelkraftverkehrs haben alljährlich an den Slow-up-Grossveranstaltungen freie Fahrt. Für die Velofahrer, Biker, Skater, Trottinettler und Wanderer werden jeweils an einem Wochenende in einer landschaftlich schönen Gegend ein paar Dutzend Kilometer Strasse reserviert.
Dieses Jahr geht es los am Sonntag, 27. April, am Murtensee. Von 10 bis 17 Uhr sind die Strassen rund um den See alle asphaltiert für Motorfahrzeuge gesperrt. Der Service entlang der Route ist für Velos und für Menschen organisiert, zusätzliche Attraktionen machen den Slow-up zum Volksfest.
Der Kalender 2008 umfasst auch noch 13 weitere Veranstaltungen:
4. Mai: Werdenberg-Liechtenstein
18. Mai: Wallis
25. Mai: Schaffhausen-Hegau
15. Juni: Hochrhein
6. Juli: Vallée de Joux
13. Juli: Gruyère
3. August: Fêtes de Genève
24. August: Seetal
31. August: Bodensee Euregio
7. September: Mountain Albula
14. September: Emmental
21. September: Basel-Dreiland
28. September: Zürichsee
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