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Technik der Mumifizierung war in Griechenland bekannt

31. Juli 2008, 05:00

Nicht nur die Ägypter, auch die die Menschen im römischen Griechenland balsamierten Leichname ein.


Von Martin Läubli

Feine Haare hängen über dem linken Auge des Schädels. Weichteile überstanden an manchen Fingern gut 1700 Jahre. Ebenso Teile eines goldbestickten Seidengewands.

Die sterblichen Überreste einer Frau aus Nordgriechenland hat einem schweizerisch-griechischen Forscherteam geholfen, erstmals Hinweise für eine Einbalsamierung im römischen Griechenland etwa 300 nach Christus zu finden. «Die Römer führten primär Feuerbestattungen durch», sagt Co-Projektleiter Frank Rühli vom Anatomischen Institut der Universität Zürich. Nun identifizierten die Wissenschaftler im übrig gebliebenen Gewebe der 55-jährigen Frau Substanzen wie Myrrhe, Fette, Harze und Gewürze. Diese Substanzen wirken antibakteriell und bremsen den Verwesungsprozess eines Leichnams. Bisher seien in dieser Zeitperiode in Griechenland keine solchen Substanzen nachgewiesen worden, sagt Christina Papageorgopoulou, Initiantin der Studie am Anatomischen Institut. Die Wissenschaftler schliessen aus, dass der Bleisarg, in dem die Frau lag, bei der Konservierung eine grosse Rolle spielte.

Die Forscher untersuchten unter anderem Gewebe von Weichteilen und Haare unter dem Elektronenmikroskop. Ein Gaschromatograf und ein Massenspektrometer lieferten ihnen chemische Informationen. Bisher gaben nur historische schriftliche Quellen Hinweise, dass Tote – vermutlich aus der sozialen Oberschicht – in Griechenland einbalsamiert wurden. Zum Beispiel Achilles oder Hektor aus der Zeit Homers, wird überliefert. Alexander der Grosse soll in Honig konserviert worden sein. Belege dafür gibt es allerdings nicht. In Italien wurde zwar eine römische Kindermumie gefunden, die eindeutig einbalsamiert war. «Aber vermutlich in Ägypten», sagt Frank Rühli.

Die Untersuchung wurde im Rahmen des Swiss Mummy Projektes durchgeführt. Dessen Ziel ist, mit modernen Methoden historische Mumien zu studieren, um Informationen zu Leben und Sterben sowie über die Veränderungen nach dem Tod zu erhalten.

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