Schockwelle einer Supernova

13. Juni 2008, 05:00

Forscher haben erstmals einen Lichtblitz entdeckt, der aus dem Inneren eines Sterns kam.

Blaues Licht aus dem Sterneninnern.
Blaues Licht aus dem Sterneninnern.

Das UV-Licht wurde von einem so genannten Roten Riesen ausgesandt, der kurz danach bei einem Supernova-Ausbruch explodierte. Wenn wir die Sonne oder andere Sterne anschauen, sehen wir normalerweise nur Licht, das von der Oberfläche stammt. «Das Besondere an unseren Beobachtungen ist, dass wir das UV-Licht gesehen haben, das von dem sterbenden Stern ausgestrahlt wurde, bevor er von der Supernova-Schockwelle zerstört wurde», erklärt Kevin Schawinski. Der 27-jährige Schweizer Astrophysiker forscht an der britischen University of Oxford und hat seine Resultate zusammen mit Kollegen heute in der Zeitschrift «Science» veröffentlicht.

Die Idee für das Forschungsprojekt sei beim täglichen Morgenkaffee geboren worden, mehr als ein Jahr, bevor sie die Supernova tatsächlich gefunden hätten, sagt Stephen Justham. Die Forscher untersuchten Bilder, die der Ultraviolett-Satellit Galex aufgenommen hatte. In einer Galaxie, die fast eine Million Lichtjahre von uns entfernt ist, wurden sie fündig: Eine Quelle hatte 2004 im UV-Licht plötzlich heller als die gesamte Galaxie aufgeleuchtet. Zwei Wochen später hatten Teleskope auf Hawaii an dieser Stelle am Himmel eine Supernova-Explosion registriert.

«Eine Supernova zerstört einen Stern völlig und hinterlässt nur einen Supernova-Überrest und einen Neutronenstern oder ein schwarzes Loch», erklärt Schawinski. Deshalb sei es sehr schwierig, die Eigenschaften des ursprünglichen Sterns zu bestimmen. Das jetzt beobachtete UV-Licht lieferte wichtige Informationen über die Grösse des Objekts. Dadurch konnten die Forscher feststellen, dass der Stern ein Roter Riese gewesen war, 500- bis 1000-mal so gross wie die Sonne.

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