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Wachsende Weltbevölkerung auf einer schrumpfenden Erde

03. November 2007, 05:00

Die Weltbevölkerung hat in den letzten zwanzig Jahren um 1,7 Milliarden zugenommen. Der Konsum der Menschen stieg dabei überproportional.

Von Martin Läubli

Das Bild der «schrumpfenden» Erde steht für ungebrochenes Wachstum: Wäre der Globus um die Jahrhundertwende gerecht auf jeden einzelnen Erdenbürger verteilt worden, jeder Mensch hätte knapp acht Hektaren Land erhalten. Heute wären es nur noch rund zwei Hektaren.

Die norwegische Premierministerin Gro Harlem Brundtland hat vor zwanzig Jahren vor der Uno-Vollversammlung davor gewarnt, dass die Gesellschaft auf eine Umwelt-, Entwicklungs- und Energiekrise zusteure. «Diese Krisen sind voneinander abhängig», sagte die damalige Vorsteherin der Uno-Kommission für Umwelt und Entwicklung.

Das verdeutlicht der kürzlich erschienene vierte Umweltbericht des Uno-Umweltprogrammes Unep einmal mehr. Die Welt habe sich in den letzten zwanzig Jahren «radikal» verändert, schreiben die Autoren. Zum Beispiel ist die Weltbevölkerung von fünf Milliarden Menschen 1987 auf heute 6,7 Milliarden gestiegen. In vierzig Jahren erwartet die Unep, dass acht bis knapp zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Auch wenn die Wachstumskurve in den letzten Jahren nicht mehr so steil ansteigt, der Hunger nach Konsumgütern wird gleichwohl kaum zu bremsen sein. Die Staaten produzierten in den letzten zwanzig Jahren deutlich mehr Konsumgüter, und die Dienstleistungen haben enorm zugelegt: Betrug das Bruttoinlandprodukt 1987 durchschnittlich noch 5927 Dollar, so beträgt es heute 8162 Dollar. Der Profit ist aber ungleich verteilt. Während die Menschen verschiedener afrikanischer Länder heute im Durchschnitt weniger verdienen als damals, konnte die Bevölkerung in manchen Staaten Asiens ihr Einkommen verdoppeln. In den armen Ländern verdient der Einzelne heute im Durchschnitt 2100 Dollar, in reichen Staaten sind es 30 000.

Der Bevölkerungsdruck ist einer von vielen Faktoren, die für die Umwelt schwer wiegen. Die Nachfrage nach Nahrung, Frischwasser und Brennstoff wird in den ärmsten Ländern massiv zunehmen. Wo wir heute stehen, zeigt der Unep-Bericht zum Beispiel am ersten Uno-Millenniumsziel, das die Zahl der Hunger Leidenden bis 2015 halbieren will. Dazu müsste, so schätzen die Unep-Autoren, die weltweite Nahrungsproduktion verdoppelt werden.

www.unep.org

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