Wie man sich eine Milchkuh, einen Seehund oder einen Stern schenkt
18. Dezember 2007, 05:00Wer sich ein Patenkind wünscht, kann sich oder jemand anderem eine Patenschaft zum Weihnachtsgeschenk machen.
Von Walter Jäggi
Einen Seehund zu verschenken, ist nicht einfach. (Ihn geschenkt zu bekommen übrigens auch nicht.) Aber einfach ist es, für einen Seehund die Patenschaft zu übernehmen und diese gegebenenfalls jemandem zu schenken, der dann als geschenkter Götti oder Gotte dem Seehund indirekt für ein Jahr Futter und Pflege spendiert.
Vom Frosch bis zum Elefanten
Das funktioniert im Zürcher Zoo nicht nur mit dem Seehund (3000 Fr./Jahr), sondern auch mit bescheideneren Tieren wie der Rothalsgans (150 Fr.), der Madagaskar-Hundskopfboa (300 Fr.) oder dem Tomatenfrosch (100 Fr.). Wenns etwas mehr kosten darf, kommt vielleicht ein Steppenzebra (1000 Fr.), ein Flachlandgorilla (6000 Fr.) oder ein Elefant (12'000 Fr.) in Frage. In der Masoalahalle suchen zudem tropische Pflanzen Paten: Pfeffer, Vanille, Kaffee, Cola oder Kokos zum Beispiel (ab 100 Fr.). Nach Hause einladen kann man diese Patenkinder nicht, im Zoo besichtigen schon. Ausserdem gibt es eine Patenschaftsurkunde, Informationen zum Göttilebewesen und einen Eintrag auf der Tafel der Paten.
Informationen unter www.zoo.ch oder über Telefon 044 254 25 00
Wer lieber Einheimisches unterstützt, findet beim Tierpark Goldau ebenfalls eine lange Liste von potenziellen Patentieren, vom Siebenschläfer (100 Fr.) über die Gämse (400 Fr.) und den zottigen Poitou-Esel (600 Fr.) bis zum Wisent, dessen Unterhalt 4000 Fr. kostet.
Informationen unter www.tierpark.ch oder über Telefon 041 859 06 06
Manchmal gibts etwas zurück
Aufs Nützliche bedacht, kann man sein Göttikind aber auch auf einem Bauernhof suchen. Für Kühe zum Beispiel lassen sich Patenschaften übernehmen, oder man least sie für ein paar Monate oder für eine Alpsaison. Der Vorteil dabei ist, dass sich Bauernhoftiere aus der Nähe kennen lernen lassen – und dass, je nach Abmachung, Milch, Käse oder Fell als Gegenleistung zum Götti zurückkommt. Die Bauern, die mitmachen, empfangen gerne den Besuch der Paten, je nach Patenschaft gibt es dabei auch einen Zvieri oder eine Bootsfahrt auf einem Bergsee, und manchmal darf der Götti dem Rind auch einen Namen geben. Die Preise bewegen sich zwischen 80 Fr. und 380 Fr., je nachdem, wie viel Gegenleistung geboten wird.
Einige Adressen: www.kuehe-mieten.ch, www.patenrind.ch, www.kuhleasing.ch
Nicht ohne Gegenleistung bleiben die Paten von Obstbäumen oder Weinreben. Hier wird meist ein Anteil der Ernte angeboten, seien es Äpfel, sei es Most oder Wein. Zudem laden auch hier – wie bei den Patenkühen – die Obstbauern und Winzer die Gönner zu einem Besuch des Betriebs mit Informationen und oft zu Attraktionen ein. Der Kontakt zwischen Stadt und Land ist ohnehin eines der Ziele dieser Paten-aktivitäten. Besonders gepflegt werden die Baum- und Rebpatenschaften von den städtischen Landwirtschaftsbetrieben in Zürich. Ab 50 Fr. im Jahr kann man Götti eines Hochstamm-Obstbaums werden (und am Göttitag 5 Liter Süssmost abholen), ein Rebstock (bzw. eine Flasche Riesling-Silvaner oder Clevner) kostet 25 Fr.
Auskunft bei Grün Stadt Zürich, www.gsz.ch (Suche: Patenschaft)
Griff nach den Sternen
Inoffiziell und ohne jede Bedeutung für die Wissenschaft der Astronomie vergibt ein amerikanisches Unternehmen den Sternen private Namen. Für 188 Fr. erhält man eine feierliche Urkunde mit der Position des Himmelsobjekts, dem man selber einen Namen gegeben hat. Ob man das Privatsternchen auch sehen kann, hängt vor der Qualität des Teleskops ab.
www.sterne.ch, Telefon 044 252 30 70
Sicher sehen, in die Hand nehmen und auf Wunsch auch als Anhänger am Hals tragen kann man hingegen Minimeteoriten (Sternschnuppen). Nicht so strahlend wie Sterne, aber echte Himmelsboten.
Erhältlich ab ca. 50 Fr. im Haus der Edelsteine, Etzelstr. 5, 8730 Uznach www.edelsteinhandel.ch
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